Edelstahl fräsen und drehen lassen: 1.4301 bis 17-4PH

Korrosionsbeständige Dreh- und Frästeile nach Zeichnung in Serie – mit passender Sortenwahl, Passivieren und Werkstoffzeugnis 3.1 auf Anfrage.

Gefertigte Edelstahlflansche gestapelt in einer Fertigungshalle
Sorten 1.4301, 1.4305, 1.4404, 1.4571, 1.4104, 17-4PH
Verfahren CNC-Drehen, CNC-Fräsen, Blechbearbeitung
Oberflächen Passivieren, Strahlen, Bürsten, Schleifen, Polieren
Mengen Ab 100 Stück je Bauteil

Wann Edelstahl die richtige Wahl ist

Edelstahl kommt dorthin, wo Korrosion, Medienkontakt oder Hygiene den Werkstoff diktieren: Lebensmittel- und Medizintechnik, Chemieanlagen, Außenanwendungen und Sichtteile, die dauerhaft sauber bleiben müssen. Die Chromoxidschicht schützt sich selbst – an Kratzern bildet sie sich von selbst neu, anders als bei beschichtetem Stahl.

Wer Edelstahl fräsen oder drehen lassen möchte, lädt Zeichnung und STEP-Modell hoch, nennt Sorte und Stückzahl und erhält ein schriftliches Angebot. Auch Edelstahlblech ist abgedeckt: Laserschneiden, Abkanten und WIG-Schweißen laufen über die Blechbearbeitung.

Edelstahlsorten für die Zerspanung

1.4301 (304) ist der Allrounder für Konstruktions- und Hygieneteile. 1.4404 (316L) ist mit Molybdän deutlich beständiger gegen Chloride – die Wahl für meerwassernahe Umgebungen, Chemie- und Pharmaanwendungen. 1.4571 (316Ti) ist die titanstabilisierte Variante für höhere Temperaturen.

Für wirtschaftliche Drehteile in großen Serien sind die Automatensorten 1.4305 (303) und 1.4104 (430F) gemacht: deutlich besser zerspanbar, dafür etwas weniger korrosionsbeständig. 17-4PH (1.4542) bringt als ausscheidungshärtender Stahl hohe Festigkeit für beanspruchte Wellen und Ventilteile. Steht die Sorte in Ihrer Zeichnung, wird genau diese kalkuliert.

Was Edelstahl beim Zerspanen besonders macht

Austenitische Sorten verfestigen beim Schneiden: Stumpfe Werkzeuge oder zaghafte Zustellungen härten die Randzone, statt Späne zu heben. Scharfe Schneiden, stabile Aufspannung und konsequente Kühlung gehören deshalb zum Prozess – und erklären, warum Edelstahlteile mehr Maschinenzeit kosten als Aluminium.

An der Qualität ändert das nichts: Gedrehte und gefräste Flächen erreichen Ra 0,8 µm ohne Schleifen, in Serie gehaltene Toleranzen bis ±0,02 mm bei Nennmaßen bis 100 mm sind nach bauteilbezogener Prüfung möglich. Entgraten und Kantenbrechen sind Standard, ein Werkstoffzeugnis 3.1 nach EN 10204 ist auf Anfrage verfügbar.

Oberflächen für Edelstahlteile

Passivieren verstärkt die schützende Chromoxidschicht nach der Bearbeitung und ist bei Hygiene- und Chemieanwendungen oft vorgeschrieben. Strahlen mit Glasperlen erzeugt ein gleichmäßig mattes Bild, Bürsten eine gerichtete Struktur, Schleifen und Polieren definierte Rauheiten bis zur Sichtqualität.

Brünieren funktioniert auf Edelstahl nicht – schwarze Oberflächen entstehen hier über eigene Schwärzverfahren, deren Machbarkeit im Angebot bestätigt wird. Welche Oberfläche wofür passt, ordnet der Beitrag zur Oberflächenbehandlung ein.

Vom Upload zum schriftlichen Angebot

Die Anfrage ist kein Sofortpreis-Konfigurator. Ihre Unterlagen werden als konkrete Bauteilanfrage geprüft: Geometrie, Sorte, Toleranzen, Oberfläche und Menge fließen in die Kalkulation ein. Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen.

Nennen Sie neben der Werkstoffnummer auch den gewünschten Oberflächenzustand und – bei Medienkontakt – die Einsatzumgebung im Hinweisfeld. Das vermeidet Rückfragen und macht die Sortenwahl im Angebot nachvollziehbar.

Weiterführend

Passende nächste Schritte

Drehteile nach Zeichnung

Wellen, Buchsen und Flansche aus Edelstahl als konkrete Anfrage erfassen.

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Frästeile nach Zeichnung

Prismatische Edelstahlteile mit Taschen und Passflächen anfragen.

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Oberflächenbehandlung

Passivieren, Strahlen und Polieren für Edelstahl im Überblick.

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Edelstahlteile nach Zeichnung anfragen

Unterlagen hochladen, Sorte und Stückzahl angeben. Die technische Prüfung ist die Grundlage für Ihr Angebot.

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Vertiefung

Worauf Sie achten sollten

Hygiene- und Medizinteile

1.4301 oder 1.4404 mit Passivieren; Sichtflächen und Rauheiten kennzeichnen.

Chemie- und Salzumgebungen

1.4404 oder 1.4571 wählen; Medien und Temperaturen im Hinweisfeld nennen.

Serien-Drehteile

1.4305 oder 1.4104 senken die Zerspanungskosten, wenn die Korrosionslast es zulässt.

Fragen

Häufige Fragen

Rostet 1.4301 wirklich nicht?

Unter normalen Bedingungen nicht. Chloride – Salzluft, Streusalz, Schwimmbadatmosphäre – können aber Lochkorrosion auslösen. Deutlich beständiger ist 1.4404 (316L) mit Molybdän, bei höheren Temperaturen 1.4571; dauerhaft in Meerwasser getauchte Teile brauchen höher legierte Sonderwerkstoffe.

Welche Sorte eignet sich für Lebensmittelkontakt?

Üblich sind 1.4301 und 1.4404, je nach Reinigungsmedien. Passivieren nach der Bearbeitung ist empfehlenswert und kann direkt mit angefragt werden. Nennen Sie die Anforderung im Hinweisfeld.

Sind Edelstahlteile magnetisch?

Austenitische Sorten wie 1.4301 und 1.4404 sind im Lieferzustand praktisch unmagnetisch, können durch Kaltverfestigung aber leicht magnetisch werden. Ferritische und ausscheidungshärtende Sorten wie 1.4104 und 17-4PH sind magnetisch.

Warum sind Edelstahlteile teurer als Stahlteile?

Materialpreis und Zerspanung: Austenitischer Edelstahl verfestigt beim Schneiden, braucht scharfe Werkzeuge, stabile Prozesse und mehr Maschinenzeit. Die Automatensorten 1.4305 und 1.4104 verringern den Unterschied bei Drehteilen deutlich.

Kann ich ein Werkstoffzeugnis 3.1 für Edelstahl mitbestellen?

Ja, ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 ist auf Anfrage verfügbar – bei Chemie-, Pharma- und Druckanwendungen häufig Teil der Bestellanforderung. Fordern Sie es im Hinweisfeld an.

Gibt es eine Mindestmenge für Edelstahlteile?

Ja, 100 Stück je Bauteil. Staffelmengen und Abrufbedarf können in der Anfrage ergänzt werden.