CNC-Fräsen: wie das Verfahren funktioniert

Was beim CNC-Fräsen passiert, welche Geometrien und Merkmale sich damit fertigen lassen und wie Sie vom Verfahrenswissen zur konkreten Anfrage kommen.

CNC-gefräste Aluminiumbauteile mit Taschen, Bohrbildern und plangefrästen Flächen
Prinzip Rotierendes Werkzeug, feststehendes oder verfahrendes Werkstück, CNC-Steuerung
Typische Merkmale Taschen, Nuten, Bohrbilder, Planflächen, Konturen, Freiformflächen
Werkstoffe Aluminium, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Kunststoff, Titan
Rückmeldung Ziel: erste Rückmeldung in zwei Arbeitstagen

Was CNC-Fräsen ist

Beim CNC-Fräsen rotiert das Werkzeug, während das Werkstück auf dem Maschinentisch fixiert ist und in bis zu fünf Achsen verfahren wird. Ein Fräser mit geometrisch definierten Schneiden trägt Material ab, indem er entlang programmierter Bahnen über das Werkstück fährt. Die CNC-Steuerung legt Vorschub, Drehzahl und Zustellung für jeden Bearbeitungsschritt fest. Daraus entstehen prismatische Geometrien: Taschen, Nuten, Bohrbilder, Planflächen, Konturen und Freiformflächen.

Der wesentliche Unterschied zum CNC-Drehen liegt im Bewegungsprinzip. Beim Drehen rotiert das Werkstück, beim Fräsen rotiert das Werkzeug. Drehen eignet sich für rotationssymmetrische Bauteile wie Wellen und Buchsen. CNC-Fräsen eignet sich für Bauteile, deren Grundgeometrie prismatisch aufgebaut ist: Gehäuse, Platten, Halter und Aufnahmen.

Was sich mit CNC-Fräsen fertigen lässt

CNC-Fräsen erzeugt Taschen mit unterschiedlichen Tiefen, Nuten, Bohrbilder, Planflächen, Absätze, Passflächen und Freiformkonturen. Typische Frästeile sind Gehäuse, Adapterplatten, Halter, Aufnahmen, Deckel und Grundplatten. Gewindebohrungen entstehen durch Kernlochbohren und anschließendes Gewindeschneiden oder -formen in derselben Aufspannung. Auch Fasen und Radien an Kanten lassen sich direkt am Frästeil einbringen.

Eine Übersicht der Werkstoffe, Bauteilgruppen und Geometrien, die als CNC-Frästeil realisierbar sind, finden Sie auf der Seite zu Frästeilen unter /fraesteile-nach-zeichnung/.

3-Achs-Fräsen und 5-Achs-Fräsen

Beim 3-Achs-Fräsen verfährt das Werkzeug in drei linearen Achsen (X, Y, Z). Damit lassen sich Taschen, Bohrbilder, Planflächen und gerade Konturen fertigen, solange das Werkzeug die Bearbeitungsstelle von oben erreicht. Hinterschnitte und schräg liegende Flächen erfordern Umspannvorgänge oder Vorrichtungen, wenn nur drei Achsen zur Verfügung stehen.

Beim 5-Achs-Fräsen kommen zu den drei Linearachsen zwei Rotationsachsen hinzu. Welche Anstellungen tatsächlich möglich sind, hängt von Maschinenkinematik, Werkzeug, Spannmittel und Kollisionsraum ab. Hinterschnitte, Freiformflächen, schräge Bohrungen und Merkmale auf mehreren Seiten können dadurch oft mit weniger Umspannvorgängen bearbeitet werden; ob das für ein konkretes Bauteil sinnvoll ist, ergibt sich aus Zeichnung und CAM-Prüfung.

Genauigkeit und Oberfläche beim Fräsen

CNC-Fräsen erreicht enge Maß- und Lagetoleranzen. Bohrbilder, Passflächen und Planflächen lassen sich in einer Aufspannung bearbeiten, sodass die relative Lage der Merkmale zueinander gut kontrollierbar bleibt. Die erreichbare Oberflächengüte hängt von Werkstoff, Schnittdaten, Werkzeuggeometrie und Bearbeitungsstrategie ab. Schlichtschnitte mit feinem Vorschub ergeben glattere Oberflächen als Schruppschnitte.

Konkrete Toleranzen und Rauheitsanforderungen gehören in die Zeichnung. Dort legen Sie fest, welche Maße funktionsrelevant sind und welche Oberflächen eine bestimmte Güte erreichen müssen. Hinweise zur Vorbereitung einer belastbaren Zeichnung finden Sie unter /fachwissen/zeichnung-fuer-cnc-angebot/.

Vom Verfahren zur Anfrage

Diese Seite beschreibt, wie CNC-Fräsen funktioniert. Der nächste Schritt hängt davon ab, wo Sie stehen. Wenn Sie wissen möchten, welche Werkstoffe und Geometrien als Frästeil realisierbar sind, hilft die Übersicht unter /fraesteile-nach-zeichnung/. Wenn Werkstoff und Zeichnung bereits vorliegen, finden Sie den Anfrageweg unter /anfrage/.

Für die Anfrage laden Sie eine PDF-Zeichnung und ein STEP- oder STP-Modell hoch, nennen Werkstoff und Stückzahl ab 100 Stück je Bauteil. Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen.

Weiterführend

Passende nächste Schritte

CNC-Frästeile nach Zeichnung anfragen

Welche Unterlagen für ein konkretes Angebot erforderlich sind und wie die Anfrage abläuft.

Weiterlesen

CNC-Drehen: Verfahren und Möglichkeiten

Wie CNC-Drehen funktioniert und welche Merkmale damit entstehen.

Weiterlesen

Wärmebehandlung

Härten, Vergüten, Einsatzhärten und Nitrieren für Stahl-Frästeile.

Weiterlesen

Frästeil anfragen

Unterlagen hochladen, Werkstoff und Stückzahl angeben.

Angebot anfragen

Vertiefung

Worauf Sie achten sollten

Fräskonturen

Taschen, Nuten, Bohrbilder, Planflächen und Freiformkonturen in einer Aufspannung.

3-Achs und 5-Achs

Einfache Geometrien auf drei Achsen, Hinterschnitte und Freiformflächen auf fünf Achsen.

Vom Verfahren zur Anfrage

Werkstoff und Zeichnung klären, Bauteil unter /fraesteile-nach-zeichnung/ anfragen.

Fragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CNC-Fräsen und CNC-Drehen?

Beim Fräsen rotiert das Werkzeug, beim Drehen rotiert das Werkstück. Fräsen eignet sich für prismatische Bauteile mit Taschen, Bohrbildern und Planflächen. Drehen eignet sich für rotationssymmetrische Bauteile wie Wellen und Buchsen.

Welche Werkstoffe lassen sich CNC-fräsen?

Aluminium, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Kunststoff und Titan. Den konkreten Werkstoff geben Sie in der Anfrage als Normbezeichnung oder zulässige Alternative an.

Ab welcher Stückzahl kann ich Frästeile anfragen?

Die Mindestmenge beträgt 100 Stück je Bauteil. Staffelmengen, Jahresbedarf und Abrufmengen können optional ergänzt werden.

Wann ist 5-Achs-Fräsen erforderlich?

Wenn das Bauteil Hinterschnitte, Freiformflächen, schräge Bohrungen oder Merkmale auf mehreren Seiten hat, die ohne Umspannen gefertigt werden sollen. Bei Geometrien, die das Werkzeug nur von oben erreicht, reicht 3-Achs-Fräsen.

Wie schnell kommt eine Rückmeldung auf eine Anfrage?

Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen per E-Mail.

Was ist der Unterschied zwischen Gleichlauffräsen und Gegenlauffräsen?

Beim Gleichlauffräsen greift der Fräser in Vorschubrichtung in das Material ein, beim Gegenlauffräsen entgegen der Vorschubrichtung. Gleichlauffräsen erzeugt bessere Oberflächen und geringeren Werkzeugverschleiß. Gegenlauffräsen wird bei instabilen Aufspannungen oder Maschinen ohne spielfreien Kugelgewindetrieb eingesetzt.

Wie klein darf ein Taschenradius beim CNC-Fräsen sein?

Der kleinste Innenradius einer Tasche entspricht grundsätzlich dem Radius des eingesetzten Fräsers. Ein Schaftfräser mit 6 mm Durchmesser erzeugt einen Eckenradius von mindestens 3 mm. Einen allgemein gültigen Mindestwert im Verhältnis zur Taschentiefe gibt es nicht; Werkzeuglänge, Auskragung, Zugänglichkeit, Vibration und die geforderte Oberfläche entscheiden mit.

Welche Oberflächenrauheit erreicht CNC-Fräsen?

Als grobe Orientierung erreicht CNC-Fräsen im Schlichtgang häufig Ra 0,8 bis Ra 3,2 µm; Schruppen kann deutlich rauer ausfallen. Für Ra unter 0,4 µm kann je nach Werkstoff, Werkzeug und Geometrie ein zusätzlicher Prozess wie Schleifen erforderlich sein. Maßgeblich ist der Rauheitswert in Ihrer Zeichnung und die Bestätigung im Angebot.

Welchen Einfluss hat der Fräserdurchmesser auf die Bauteilgeometrie?

Der Fräserdurchmesser bestimmt den kleinsten fertigbaren Innenradius, die maximale Taschentiefe und die erreichbare Oberflächengüte. Große Fräser arbeiten steifer und schneller, können aber enge Konturen nicht abfahren. Als Faustregel gilt: Werkzeuglänge maximal 4- bis 5-facher Durchmesser.