Passungsrechner für ISO-Toleranzen und Passungen

Nennmaß und Toleranzklasse eingeben, Grenzabmaße nach ISO 286 ablesen. Für Bohrungen und Wellen von 1 mm bis 500 mm Nennmaß.

Rechner

ISO-286 Passungsrechner

Toleranzen und Passungscharakter für Bohrung/Welle nach DIN EN ISO 286-1 berechnen.

Bohrung Oberes Abmass: – µm Unteres Abmass: – µm
Welle Oberes Abmass: – µm Unteres Abmass: – µm
Nennmass eingeben Grenzabmasse und Passungscharakter erscheinen nach der Eingabe.

Werte nach DIN EN ISO 286-2. Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich ist die Toleranzangabe in der Zeichnung.

Norm Grenzabmaße nach DIN EN ISO 286-1/-2
Nennmaßbereich 1 mm bis 500 mm
Passungsarten Spielpassung, Übergangspassung, Übermaßpassung
Grundlage Einheitsbohrung (H) und Einheitswelle (h)

Was eine Passung beschreibt

Eine Passung beschreibt das Zusammenspiel zweier Bauteile an einem Nennmaß: einer Bohrung (Innenmaß) und einer Welle (Außenmaß). Jedes Toleranzfeld besteht aus einem Grundabmaß, das die Lage des Feldes zum Nennmaß festlegt, und einem Grundtoleranzgrad, der die Feldbreite bestimmt. Das Grundabmaß wird durch einen Buchstaben gekennzeichnet: Großbuchstaben stehen für Bohrungen, Kleinbuchstaben für Wellen.

In der Praxis hat sich das Einheitsbohrungssystem durchgesetzt. Dabei bleibt die Bohrung auf einem festen Toleranzfeld (häufig H), und die Passung wird über die Wellentoleranz gesteuert. Der Grund ist fertigungstechnisch: Bohrungen lassen sich weniger flexibel nacharbeiten als Außendurchmesser.

Spielpassung, Übergangspassung und Übermaßpassung

Bei einer Spielpassung ist die Bohrung immer größer als die Welle. Es entsteht Spiel, das Bewegung oder Montage ermöglicht. Eine typische Kombination ist H7/g6, eingesetzt als Gleitsitz für Führungen und Lager. Bei einer Übermaßpassung ist die Welle immer größer als die Bohrung. Das Bauteil wird eingepresst oder aufgeschrumpft und sitzt kraftschlüssig. H7/s6 erzeugt einen festen Presssitz. Zwischen beiden liegt die Übergangspassung: je nach Ist-Maßen kann leichtes Spiel oder leichtes Übermaß auftreten. H7/k6 ergibt einen Festsitz, der sich mit leichtem Druck fügen lässt.

Welche Passungsart gebraucht wird, ergibt sich aus der Funktion der Verbindung. Soll ein Bauteil gleiten, drehen oder sich leicht demontieren lassen, kommt eine Spielpassung in Frage. Soll es dauerhaft fixiert sein, wird eine Übermaßpassung gewählt. Der Rechner zeigt zu jeder gewählten Kombination an, welche Passungsart vorliegt.

H7 und andere häufige Toleranzklassen

H7 ist die am häufigsten verwendete Bohrungstoleranz. H steht für das Grundabmaß null (unteres Abmaß liegt auf dem Nennmaß), die Ziffer 7 für den Grundtoleranzgrad IT7. Die Feldbreite steigt mit dem Nennmaß und ist in DIN EN ISO 286-1 tabellarisch festgelegt. Für Wellen begegnen in der Praxis besonders g6, h6, k6, n6, p6 und s6. Gröbere Toleranzklassen wie H9 oder H11 kommen dort zum Einsatz, wo das Spiel weniger kritisch ist oder die Fertigung wirtschaftlicher bleiben soll.

Die Ziffer gibt den Grundtoleranzgrad an: je kleiner die Zahl, desto enger das Toleranzfeld. IT6 ist enger als IT7, IT7 enger als IT9. Welcher Grad für ein Bauteil sinnvoll ist, hängt von der Funktion ab. Der Passungsrechner deckt die gängigen Klassen für Nennmaße von 1 mm bis 500 mm ab.

Toleranzen in der CNC-Zeichnung angeben

In technischen Zeichnungen nach DIN werden Passungen als Kombination von Nennmaß und Toleranzfeld angegeben, zum Beispiel 25 H7 für die Bohrung und 25 g6 für die Welle. Bei einer Passungsangabe wie 25 H7/g6 stehen beide Felder am selben Nennmaß. Die obere und untere Grenzabweichung lässt sich wahlweise als Zahlenwert oder als Toleranzfeldkürzel eintragen.

Für die Fertigungsprüfung muss die Angabe in der Zeichnung eindeutig sein. Wenn Toleranzfelder ohne zugehörige Grenzabmaße angegeben sind, muss der Fertigungsbetrieb die Zahlenwerte selbst nachschlagen. Der Rechner hilft, die konkreten Abmaße vor der Zeichnungserstellung abzulesen.

Von der Passung zur Fertigungsanfrage

Passungen betreffen vor allem Funktionsflächen: Lagerstellen, Führungen, Dichtflächen und Presssitze. In der Angebotsanfrage gehören diese Maße in die Zeichnung, damit der Fertigungsbetrieb den Prüfumfang einschätzen kann. Enge Toleranzfelder erhöhen den Fertigungsaufwand. Wählen Sie daher nur dort enge Passungen, wo die Funktion es verlangt.

Wenn Bohrung und Welle verschiedene Bauteile betreffen, geben Sie die Passungsanforderung an beiden Teilen an. Bei der Angebotsanfrage können Sie im Hinweisfeld auf zusammengehörige Passungen hinweisen. Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen.

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Vertiefung

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Presssitz auslegen

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Fragen

Häufige Fragen

Was bedeutet H7?

H7 ist ein Toleranzfeld für Bohrungen. H steht für ein Grundabmaß von null (unteres Abmaß auf dem Nennmaß), 7 für den Grundtoleranzgrad IT7. Die konkrete Feldbreite hängt vom Nennmaß ab und ist in DIN EN ISO 286-1 festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen Spielpassung und Presspassung?

Bei einer Spielpassung ist die Bohrung immer größer als die Welle, es entsteht Spiel. Bei einer Presspassung (Übermaßpassung) ist die Welle immer größer als die Bohrung, das Bauteil wird eingepresst. Die Übergangspassung liegt dazwischen: je nach Ist-Maßen kann leichtes Spiel oder leichtes Übermaß auftreten.

Wie wähle ich eine Passung für mein Bauteil?

Entscheidend ist die Funktion der Verbindung. Soll das Bauteil gleiten oder drehbar sein, kommt eine Spielpassung in Frage. Soll es fest sitzen und nicht ohne Werkzeug lösbar sein, wird eine Übermaßpassung gewählt. Gängige Kombinationen finden Sie im Rechner.

Gilt die Tabelle für alle Größen?

Der Rechner deckt Nennmaße von 1 mm bis 500 mm ab. Dieser Bereich umfasst die in DIN EN ISO 286-2 tabellierten Grenzabmaße und deckt die meisten CNC-gefertigten Bauteile ab.

Wie gebe ich Passungen in der Anfrage an?

Tragen Sie die Passungsangabe direkt in Ihre Zeichnung ein, zum Beispiel als 25 H7/g6 am betroffenen Maß. In der Angebotsanfrage können Sie im Hinweisfeld ergänzen, wenn mehrere Bauteile an derselben Passstelle zusammenarbeiten.

Welche Passungskombinationen werden in der Praxis am häufigsten verwendet?

Die drei gängigsten Passungen im Maschinenbau sind H7/g6 (Gleitsitz für Lageraufnahmen), H7/k6 (Übergangssitz für Zahnräder auf Wellen) und H7/p6 (Festsitz für Lagersitze). Das Einheitsbohrungssystem mit Toleranzfeld H ist in den meisten Konstruktionen Standard.

Was bedeuten die IT-Grundtoleranzgrade nach ISO 286?

IT-Grade (International Tolerance) definieren die Breite des Toleranzfeldes unabhängig von der Lage. IT6 entspricht bei 50 mm Nenndurchmesser einer Toleranzbreite von 16 µm, IT7 von 25 µm und IT8 von 39 µm. CNC-Drehen erreicht wirtschaftlich IT7 bis IT8, CNC-Schleifen IT5 bis IT6.

Wann brauche ich eine Übergangspassung statt Spiel- oder Presspassung?

Übergangspassungen (z. B. H7/k6, H7/m6, H7/n6) sind richtig, wenn ein Bauteil lagegenau sitzen muss, aber ohne Presse montierbar sein soll. Typische Anwendungen sind Zahnräder, Kupplungsnaben und Distanzbuchsen, die durch Passfeder oder Stift gegen Verdrehen gesichert werden.

Wie berücksichtigt man Toleranzkettenrechnung bei mehreren Passungen?

Bei einer Toleranzkette addieren sich im Worst Case alle Einzeltoleranzen arithmetisch. Ein Stapel aus drei Teilen mit je ±0,02 mm ergibt ±0,06 mm Gesamtabweichung. In der Praxis rechnet man statistisch (RSS-Methode, Wurzel aus der Quadratsumme), was bei drei gleichen Toleranzen ±0,035 mm ergibt.