CNC-Drehen: wie das Verfahren funktioniert

Was beim CNC-Drehen passiert, welche Konturen und Merkmale sich damit fertigen lassen und wie Sie vom Verfahrenswissen zur konkreten Anfrage kommen.

Reihen goldener Messing-Präzisionsdrehteile mit Absätzen und Zentrierbohrungen
Prinzip Rotierendes Werkstück, feststehende oder angetriebene Schneide, CNC-Steuerung
Typische Merkmale Absätze, Gewinde, Einstiche, Bohrungen, Planflächen
Werkstoffe Aluminium, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Kunststoff, Titan
Rückmeldung Ziel: erste Rückmeldung in zwei Arbeitstagen

Was CNC-Drehen ist

Beim CNC-Drehen rotiert das Werkstück um seine eigene Achse. Ein Werkzeug mit geometrisch definierter Schneide fährt entlang der Kontur und trägt Material ab. Die Bewegung von Werkzeug und Werkstück steuert ein CNC-Programm, das Vorschub, Drehzahl und Zustellung für jeden Bearbeitungsschritt festlegt. Daraus entstehen rotationssymmetrische Geometrien: Außendurchmesser, Innendurchmesser, Absätze, Planflächen, Gewinde, Einstiche und Freistiche.

Der wesentliche Unterschied zum CNC-Fräsen liegt im Bewegungsprinzip. Beim Fräsen rotiert das Werkzeug, beim Drehen rotiert das Werkstück. Fräsen eignet sich für prismatische Bauteile mit Taschen und Bohrbildern. Drehen eignet sich für Bauteile, deren Grundgeometrie zylindrisch aufgebaut ist.

Was sich mit CNC-Drehen fertigen lässt

CNC-Drehen erzeugt zylindrische Absätze, Planflächen, Freistiche nach DIN 509, Einstiche, Innenbohrungen, Gewinde und Rändelungen. Typische Bauteile sind Wellen, Buchsen, Bolzen, Flansche, Achsen und Hülsen. Gewinde lassen sich als Außen- oder Innengewinde direkt auf der Drehmaschine schneiden oder formen. Zentrische Bohrungen entstehen in derselben Aufspannung.

Eine Übersicht der Werkstoffe, Bauteilgruppen und Geometrien, die als CNC-Drehteil realisierbar sind, finden Sie auf der Seite zu CNC-Drehteilen unter /cnc-drehteile/.

Dreh-Fräsen: kombinierte Bearbeitung in einer Aufspannung

Auf Dreh-Fräszentren mit angetriebenen Werkzeugen lassen sich Fräsmerkmale direkt am gespannten Drehteil ergänzen. Querbohrungen, Schlüsselflächen, Passfedernuten und Bohrbilder auf Flanschen entstehen in derselben Aufspannung wie die Drehkontur. Das spart ein zweites Aufspannen auf einer Fräsmaschine und vermeidet den Positionsfehler, der beim Umspannen entstehen kann.

Ob ein Bauteil rein gedreht oder kombiniert bearbeitet wird, ergibt sich aus der Zeichnung. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie in der Anfrage die Bearbeitungsart „Noch offen“. Die Zuordnung erfolgt anhand Ihrer Unterlagen.

Genauigkeit und Oberfläche beim Drehen

CNC-Drehen erreicht enge Maß- und Formtoleranzen, weil die Bearbeitung in einer Aufspannung bleibt. Rundlauf, Konzentrizität und Planlauf lassen sich auf der Drehmaschine gut kontrollieren. Die erreichbare Oberflächengüte hängt von Werkstoff, Schnittdaten und Werkzeuggeometrie ab.

Konkrete Toleranzen und Rauheitsanforderungen gehören in die Zeichnung. Dort legen Sie fest, welche Maße funktionsrelevant sind und welche Oberflächen eine bestimmte Güte erreichen müssen. Je klarer diese Angaben sind, desto weniger Rückfragen entstehen vor dem Angebot.

Vom Verfahren zur Anfrage

Diese Seite beschreibt, wie CNC-Drehen funktioniert. Der nächste Schritt hängt davon ab, wo Sie stehen. Wenn Sie wissen möchten, welche Werkstoffe und Geometrien als Drehteil realisierbar sind, hilft die Übersicht unter /cnc-drehteile/. Wenn Werkstoff und Zeichnung bereits vorliegen, finden Sie den Anfrageweg unter /drehteile-nach-zeichnung/.

Für die Anfrage laden Sie eine PDF-Zeichnung und ein STEP- oder STP-Modell hoch, nennen Werkstoff und Stückzahl ab 100 Stück je Bauteil. Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen.

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Drehteil anfragen

Unterlagen hochladen, Werkstoff und Stückzahl angeben.

Angebot anfragen

Vertiefung

Worauf Sie achten sollten

Drehkonturen

Absätze, Gewinde, Einstiche, Freistiche und Planflächen in einer Aufspannung.

Dreh-Fräsen

Querbohrungen, Schlüsselflächen und Nuten mit angetriebenen Werkzeugen ergänzen.

Vom Verfahren zur Anfrage

Werkstoff und Zeichnung klären, Bauteil unter /drehteile-nach-zeichnung/ anfragen.

Fragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CNC-Drehen und CNC-Fräsen?

Beim Drehen rotiert das Werkstück, beim Fräsen rotiert das Werkzeug. Drehen eignet sich für rotationssymmetrische Bauteile wie Wellen und Buchsen. Fräsen eignet sich für prismatische Bauteile mit Taschen, Bohrbildern und Planflächen.

Welche Werkstoffe lassen sich CNC-drehen?

Aluminium, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Kunststoff und Titan. Den konkreten Werkstoff geben Sie in der Anfrage als Normbezeichnung oder zulässige Alternative an.

Ab welcher Stückzahl kann ich Drehteile anfragen?

Die Mindestmenge beträgt 100 Stück je Bauteil. Staffelmengen, Jahresbedarf und Abrufmengen können optional ergänzt werden.

Brauche ich eine Zeichnung oder reicht ein 3D-Modell?

Für eine belastbare Kalkulation sind PDF-Zeichnung und STEP-/STP-Modell zusammen am besten. Die Zeichnung klärt Toleranzen, Rauheiten, Gewinde und Prüfmaße, das Modell beschreibt die Geometrie.

Wie schnell kommt eine Rückmeldung auf eine Anfrage?

Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen per E-Mail.

Welche Toleranzen sind beim CNC-Drehen wirtschaftlich erreichbar?

Als Richtwert erreicht Standard-CNC-Drehen wirtschaftlich IT7 bis IT8, bei 50 mm Durchmesser also ±0,012 bis ±0,020 mm. Feindrehen erreicht IT6 (±0,008 mm bei 50 mm). Engere Toleranzen als IT6 erfordern meist Schleifen oder Honen als Nachbearbeitung. Welche Toleranzen für Ihr Bauteil gefertigt werden, ergibt sich aus der Zeichnung und wird im Angebot bestätigt.

Welche Rolle spielt die Drehzahl beim CNC-Drehen?

Die Drehzahl bestimmt zusammen mit dem Durchmesser die Schnittgeschwindigkeit an der Schneide. Drehzahl und Schnittgeschwindigkeit wählt der Fertigungsbetrieb je nach Werkstoff, Durchmesser und Werkzeug. In Zeichnung und Anfrage müssen Sie dazu nichts angeben. Für das Angebot zählen Werkstoff, Toleranzen, Oberflächen und Stückzahl.

Was kann angetriebenes Werkzeug (Live Tooling) auf der Drehmaschine?

Angetriebene Werkzeuge ermöglichen Fräs-, Bohr- und Gewindeoperationen auf der Drehmaschine, ohne das Werkstück umzuspannen. Typische Anwendungen sind Querbohrungen, Abflachungen, Schlüsselflächen und außermittige Gewinde. Das reduziert die Durchlaufzeit und verbessert die Positionsgenauigkeit, weil kein Umspannfehler entsteht.

Wann ist Hartdrehen besser als Schleifen?

Hartdrehen (Werkstückhärte 55 bis 68 HRC) mit CBN-Wendeschneidplatten ersetzt Schleifen bei Toleranzen bis IT6 und Rauheiten bis Ra 0,2 µm. Der Vorteil: kürzere Zykluszeiten und flexible Konturbearbeitung. Schleifen bleibt überlegen bei IT5 und enger, bei Ra unter 0,1 µm, und bei Serienbauteilen mit langen Schleifscheiben-Standzeiten.