Allgemeintoleranzen nach ISO 2768

Was ISO 2768-1 für Längen- und Winkelmaße festlegt, wie Einträge wie ISO 2768-mK auf älteren Zeichnungen zu lesen sind und welche aktuelle GPS-Norm für allgemeine geometrische Spezifikationen relevant ist.

Technische Zeichnung mit Schriftfeld und Allgemeintoleranz-Angabe ISO 2768-mK
Normen ISO 2768-1 für Längen/Winkel; ISO 22081 aktuell für allgemeine Geometrie
Längenmaß-Klassen f (fein), m (mittel), c (grob), v (sehr grob)
Frühere Form/Lage-Klassen H, K, L nach zurückgezogener ISO 2768-2
Älterer Zeichnungseintrag Im Schriftfeld, z. B. ISO 2768-mK

Was Allgemeintoleranzen sind

ISO 2768-1 legt zulässige Abweichungen für Längen- und Winkelmaße ohne eigene Toleranzangabe fest. ISO 2768-2:1989 regelte früher allgemeine geometrische Toleranzen, ist aber zurückgezogen und durch ISO 22081:2021 ersetzt. Welche Spezifikation gilt, ergibt sich aus dem Eintrag im Schriftfeld und dem Ausgabestand der Zeichnung.

Im Schriftfeld einer älteren Zeichnung steht zum Beispiel ISO 2768-mK. Der erste Buchstabe nach dem Bindestrich bezeichnet die Klasse für Längen- und Winkelmaße (m = mittel), der zweite Buchstabe die frühere Klasse für Form und Lage (K). Eine solche Angabe ist im Kontext der Zeichnung zu interpretieren; für neue Zeichnungen ist die aktuelle GPS-Spezifikation zu prüfen.

Toleranzklassen für Längenmaße nach ISO 2768-1

ISO 2768-1:1989 definiert vier Toleranzklassen für Längen- und Winkelmaße: f (fein), m (mittel), c (grob) und v (sehr grob). Jede Klasse ordnet einem Nennmaßbereich ein zulässiges Grenzabmaß zu. Für ein Nennmaß von 30 mm (Bereich über 6 bis 30 mm) beträgt das zulässige Grenzabmaß in Klasse f ±0,1 mm, in Klasse m ±0,2 mm, in Klasse c ±0,5 mm und in Klasse v ±1 mm. Die Toleranztabelle gliedert die Nennmaßbereiche in Stufen von 0,5 mm bis 4000 mm.

In der CNC-Fertigung ist Klasse m die am häufigsten eingesetzte Allgemeintoleranz. Klasse f kommt bei Bauteilen mit höheren Anforderungen an Maßhaltigkeit zum Einsatz, etwa bei Gehäusen mit mehreren Passbohrungen. Die Klassen c und v finden sich bei Schweißkonstruktionen oder groben Blechteilen, bei denen enge Grenzabmaße keinen funktionalen Vorteil bringen.

Form- und Lagetoleranzen: ISO 2768-2 auf älteren Zeichnungen

ISO 2768-2:1989 ergänzte die Längenmaße früher um Allgemeintoleranzen für geometrische Merkmale; die Klassen hießen H, K und L. Diese historische Tabelle kann für eine Zeichnung mit ISO 2768-mK relevant bleiben, ist aber nicht die aktuelle Norm für neue allgemeine geometrische Spezifikationen.

ISO 22081:2021 beschreibt die aktuellen Regeln für allgemeine geometrische und allgemeine Größenspezifikationen. Welche Merkmale und Anforderungen gelten, muss aus der konkreten Spezifikation und der Zeichnung hervorgehen; eine alte mK-Kombination darf nicht stillschweigend auf eine neue Zeichnung übertragen werden.

Allgemeintoleranz und Einzeltoleranz

Eine Einzeltoleranz in der Zeichnung überschreibt die Allgemeinspezifikation an genau diesem Merkmal. An einer Passsitzbohrung 25 H7 gilt die Grenzabweichung aus ISO 286, nicht die Allgemeintoleranz. Für bemaßte Fasenhöhen und Rundungshalbmesser ohne individuelle Toleranz enthält ISO 2768-1 eine gesonderte Tabelle. Eine vollständig fehlende Maßangabe wird dadurch nicht ersetzt; insbesondere Funktionskanten brauchen eine eindeutige Spezifikation.

Diese Trennung erlaubt es, die Zeichnung übersichtlich zu halten. Funktionsrelevante Maße erhalten Einzeltoleranzen mit exakten Grenzabmaßen. Alle übrigen Maße fallen unter die Allgemeintoleranz. Wenn zu viele Maße einzeln toleriert sind, steigt der Prüfaufwand. Wenn die Allgemeintoleranz zu eng gewählt ist, steigt der Fertigungsaufwand an Maßen, die funktional unkritisch sind.

Allgemeintoleranzen in der CNC-Anfrage

Bei einer Anfrage für CNC-Bauteile ab 100 Stück je Bauteil gehört die Allgemeintoleranz-Angabe ins Schriftfeld der PDF-Zeichnung. Fehlt die Angabe, muss geklärt werden, welche Abweichungen an Maßen ohne Einzeltoleranz zulässig sind. Eine eindeutig bezeichnete Norm mit Klasse beziehungsweise vollständiger allgemeiner Spezifikation vermeidet diese Rückfrage.

Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem Angebot oder konkreten technischen Rückfragen. Die Allgemeintoleranz beeinflusst den Prüfumfang und damit die Kalkulation: Klasse f hat für Längenmaße engere Grenzabmaße als Klasse m. Wählen Sie die Allgemeintoleranz so, dass sie zur Funktion des Bauteils passt, und setzen Sie Einzeltoleranzen nur dort, wo die Funktion engere Grenzen verlangt.

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Vertiefung

Worauf Sie achten sollten

Allgemeinspezifikation im Schriftfeld

Norm, Normenstand und benötigte Klasse beziehungsweise allgemeine Spezifikation eindeutig angeben.

Funktionsmaße einzeln tolerieren

Passungen, Lagerstellen und Dichtflächen erhalten eigene Grenzabmaße statt der Allgemeintoleranz.

Anfrage mit Toleranztabelle prüfen

Vor dem Upload prüfen, ob Allgemeintoleranzklasse und Einzeltoleranzen zur Bauteilfunktion passen.

Fragen

Häufige Fragen

Was bedeutet ISO 2768-mK im Schriftfeld?

Bei einer älteren Zeichnung steht m für die Klasse mittel bei Längen- und Winkelmaßen nach ISO 2768-1. K bezeichnet die frühere Form- und Lageklasse nach ISO 2768-2:1989. Die Kombination ist im Zeichnungskontext zu lesen; ISO 2768-2:1989 ist zurückgezogen und durch ISO 22081:2021 ersetzt.

Welche Toleranzklasse ist für CNC-Frästeile üblich?

In der CNC-Fertigung ist Klasse m die am häufigsten eingesetzte Allgemeintoleranz für Längenmaße. Klasse f kommt bei Bauteilen mit höheren Anforderungen an Maßhaltigkeit zum Einsatz, etwa bei Gehäusen mit mehreren Passbohrungen.

Überschreibt eine Einzeltoleranz die Allgemeintoleranz?

Ja. Ein Maß mit eigener Toleranzangabe in der Zeichnung unterliegt nicht der Allgemeintoleranz. Die Allgemeintoleranz gilt nur für Maße ohne individuelle Grenzabweichung.

Was passiert, wenn im Schriftfeld keine Allgemeintoleranz steht?

Dann ist unklar, welche Abweichungen an untolerierten Maßen zulässig sind. Der Fertigungsbetrieb muss rückfragen, bevor kalkuliert werden kann. Eine fehlende Angabe verzögert das Angebot.

Gilt ISO 2768-1 auch für Winkelmaße?

Ja. ISO 2768-1 enthält neben Längenmaßen auch Grenzabmaße für Winkelmaße sowie eigene Tabellen für Rundungshalbmesser und Fasen beziehungsweise gebrochene Kanten. Die Abweichung bei Winkeln richtet sich nach der Länge der kürzeren Seite.

Wann sollte man Toleranzklasse f statt m wählen?

Klasse f (fein) wird gewählt, wenn die Mehrzahl der untolerierten Maße enger liegen muss als bei m — etwa bei Gehäusen mit mehreren Passbohrungen. In Klasse f beträgt das Grenzabmaß für Nennmaße über 6 bis 30 mm ±0,1 mm, in Klasse m ±0,2 mm. Klasse f erhöht den Fertigungs- und Prüfaufwand an allen untolerierten Maßen.

Wie groß sind die zulässigen Abweichungen in den einzelnen Nennmaßbereichen?

Nach ISO 2768-1:1989 gelten in Klasse m folgende Grenzabmaße: 0,5 bis 3 mm ±0,1 mm, über 3 bis 6 mm ±0,1 mm, über 6 bis 30 mm ±0,2 mm, über 30 bis 120 mm ±0,3 mm, über 120 bis 400 mm ±0,5 mm, über 400 bis 1000 mm ±0,8 mm, über 1000 bis 2000 mm ±1,2 mm und über 2000 bis 4000 mm ±2 mm. In Klasse f gelten für dieselben Bereiche bis 2000 mm ±0,05, ±0,05, ±0,1, ±0,15, ±0,2, ±0,3 und ±0,5 mm.

Beeinflusst die Allgemeintoleranz die geforderte Oberflächenrauheit?

Nicht direkt. Maßtoleranz und Rauheit sind getrennte Anforderungen und stehen getrennt in der Zeichnung. Klasse f kann zusätzlichen Fertigungs- und Prüfaufwand verursachen, schreibt aber weder eine bestimmte Rauheit noch ein bestimmtes Schlichtverfahren vor. Eine Rauheit von Ra 0,8 µm an einem Maß mit Allgemeintoleranz Klasse c ist zulässig, etwa an einer Dichtfläche.

Ersetzt die GPS-Normung nach ISO 14405 die ISO 2768?

Nicht vollständig. ISO 14405 behandelt die Tolerierung von Größenmaßen im GPS-System, ISO 22081 allgemeine geometrische und allgemeine Größenspezifikationen. Viele ältere Zeichnungen tragen weiterhin Einträge wie ISO 2768-mK. Maßgeblich sind der konkrete Zeichnungseintrag und der zugehörige Normenstand.