Ra-Rz-Rechner für Oberflächenrauheit
Ra oder Rz eingeben und den Näherungsbereich der jeweils anderen Kenngröße ablesen. Die Werte sind Erfahrungswerte, keine genormte Umrechnung.
Rechner
Ra ↔ Rz Näherungsrechner
Empirische Umrechnung zwischen Ra und Rz Oberflächenrauheit (Rz ≈ 4× bis 7× Ra).
Die angezeigten Werte sind Näherungen nach üblichen Erfahrungswerten. Es gibt keine genormte Umrechnung zwischen Ra und Rz. Verbindlich ist allein die Angabe in der Zeichnung.
Ra und Rz: Was die Kenngrößen unterscheiden
Ra ist der arithmetische Mittenrauwert. Er beschreibt den Mittelwert der Abweichungen vom mittleren Profil über eine Messstrecke. Ein Ra-Wert von 1,6 µm bedeutet, dass die Profilabweichungen im Durchschnitt 1,6 µm betragen. Ra glättet einzelne Spitzen und Täler, weil er über die gesamte Messstrecke mittelt.
Rz beschreibt die Rautiefe und erfasst Spitzen und Täler stärker als Ra. Die aktuelle Begriffs- und Parameterdefinition steht in ISO 21920-2:2021; ältere Zeichnungen und Messberichte können noch auf ISO 4287 verweisen. Die konkrete Auswertung hängt von den in der Spezifikation festgelegten Mess- und Auswertebedingungen ab.
Warum es keine exakte Umrechnung gibt
Ra und Rz beschreiben verschiedene Eigenschaften desselben Profils. Das Verhältnis zwischen beiden hängt von der Profilform ab. Bei einem regelmäßig geschliffenen Profil liegt Rz in einem anderen Verhältnis zu Ra als bei einem gefrästen oder gedrehten Profil mit deutlichen Riefen.
In der Praxis bewegt sich das Verhältnis Rz zu Ra häufig in einem Bereich zwischen etwa 4 und 7, je nach Bearbeitungsverfahren und Werkstoff. Diese Faustbereiche sind Erfahrungswerte. Sie ersetzen keine Messung und keine konkrete Zeichnungsangabe.
Rauheit in der Zeichnung angeben
Oberflächenrauheit gehört an jede Fläche, deren Funktion eine bestimmte Oberflächengüte verlangt. Typische Anwendungen sind Dichtflächen, Lagersitze, Gleitflächen und Passflächen. Die Angabe erfolgt als Ra- oder Rz-Wert mit dem genormten Oberflächensymbol nach ISO 21920-1 direkt an der betreffenden Fläche; ältere Zeichnungen können noch ISO 1302 nennen.
Flächen ohne funktionale Anforderung an die Oberflächenbeschaffenheit erhalten meist keine gesonderte Rauheitsangabe; eine allgemeine Oberflächenanforderung im Schriftfeld ist davon unabhängig. Das reduziert den Prüfaufwand und macht die Kalkulation übersichtlicher.
Rauheit und Fertigung
Feinere Oberflächen erfordern mehr Fertigungsaufwand. Niedrigere Ra- oder Rz-Werte verlangen langsamere Vorschübe, feinere Werkzeuge oder zusätzliche Bearbeitungsschritte wie Schleifen oder Honen. Dieser Aufwand fließt direkt in die Kalkulation ein.
Eine Rauheitsanforderung sollte dort stehen, wo die Funktion sie verlangt. Flächen, die keine bestimmte Oberflächengüte brauchen, profitieren von einer offeneren Angabe. Das vermeidet unnötigen Fertigungsaufwand bei gleichbleibender Bauteilfunktion.
Von der Oberflächenangabe zur Anfrage
Für ein belastbares Angebot sollten Rauheitsangaben in der Zeichnung dort stehen, wo sie die Funktion bestimmen. Der Ra-Rz-Rechner hilft bei der Einordnung zwischen beiden Kenngrößen, ersetzt aber keine verbindliche Zeichnungsangabe.
Im Anfrageformular laden Sie Ihre PDF-Zeichnung und ein STEP-Modell hoch, nennen Werkstoff und Stückzahl. Unser Ziel ist eine erste Rückmeldung innerhalb von zwei Arbeitstagen – mit einem schriftlichen Angebot oder konkreten technischen Rückfragen.
Weiterführend
Passende nächste Schritte
Passungsrechner
Passungsmaße und Toleranzfelder für Welle und Bohrung berechnen.
WeiterlesenCNC-Zeichnung vorbereiten
Welche Angaben in PDF-Zeichnung und STEP-Modell Rückfragen vor dem Angebot vermeiden.
WeiterlesenOberflächenbehandlung
Eloxieren, Verzinken, Vernickeln und Pulverbeschichten für CNC-Bauteile.
Weiterlesen
Angebot anfragen
Unterlagen hochladen, Werkstoff und Stückzahl angeben.
Vertiefung
Worauf Sie achten sollten
Dichtflächen
Rauheitsangaben an Dichtflächen bestimmen die Abdichtung. Ra und Rz in der Zeichnung klar an der betreffenden Fläche angeben.
Lagersitze
Lager- und Gleitflächen stellen hohe Anforderungen an die Oberflächengüte. Passungsmaß und Rauheit gehören zusammen in die Zeichnung.
Funktionsfreie Flächen
Flächen ohne Funktion brauchen keine enge Rauheitsangabe. Eine offenere Vorgabe spart Fertigungsaufwand.
Fragen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ra und Rz?
Ra ist der arithmetische Mittenrauwert über die gesamte Messstrecke. Rz ist die gemittelte Rautiefe aus den größten Profilhöhen in einzelnen Teilstrecken. Ra mittelt stärker, Rz erfasst Spitzen und Täler deutlicher.
Kann man Ra exakt in Rz umrechnen?
Es gibt keine genormte Umrechnung. Das Verhältnis zwischen Ra und Rz hängt von der Profilform ab und schwankt je nach Bearbeitungsverfahren. Der Rechner zeigt Näherungsbereiche nach Erfahrungswerten.
Welcher Wert gehört in die Zeichnung: Ra oder Rz?
Beide sind zulässig. Ra ist in vielen Branchen gebräuchlicher für allgemeine Oberflächenangaben. Rz wird bevorzugt, wenn Spitzen und Täler funktionsrelevant sind, etwa bei Dichtflächen. Die Wahl hängt von der Funktion der Fläche ab.
Was bedeutet ein kleinerer Ra-Wert für die Fertigung?
Ein kleinerer Ra-Wert erfordert feinere Bearbeitung, langsamere Vorschübe oder zusätzliche Schritte wie Schleifen. Der Fertigungsaufwand steigt. Deshalb sollten enge Rauheitsangaben nur dort stehen, wo die Funktion sie verlangt.
Wie gebe ich Rauheit in der Anfrage an?
Tragen Sie Ra- oder Rz-Werte mit dem genormten Oberflächensymbol direkt an den betreffenden Flächen in der Zeichnung ein. Im Hinweisfeld der Anfrage können Sie ergänzen, welche Flächen funktionskritisch sind.
Welche Ra-Werte erreicht man mit verschiedenen CNC-Bearbeitungsverfahren?
Fräsen erzielt typisch Ra 1,6 bis 3,2 µm, Drehen Ra 0,8 bis 3,2 µm, Schleifen Ra 0,1 bis 0,8 µm und Honen Ra 0,05 bis 0,4 µm. Sägen und Brennschneiden liegen bei Ra 12,5 bis 25 µm. Bei CNC-Hartdrehen sind unter günstigen Bedingungen Ra 0,2 µm ohne Schleifen möglich.
Erhöht Ra 0,8 gegenüber Ra 1,6 den Fertigungsaufwand?
Ein niedrigerer Rauheitswert kann je nach Werkstoff, Werkzeug, Geometrie und Verfahren langsamere Vorschübe, feinere Werkzeuge oder einen zusätzlichen Schlichtdurchgang erfordern. Unter Ra 0,4 µm kann ein separater Schleifprozess sinnvoll oder erforderlich sein, ist aber nicht automatisch vorgeschrieben. Setzen Sie niedrige Rauheitswerte deshalb nur an Funktionsflächen.
Wie wird Oberflächenrauheit gemessen?
Eine häufige Methode ist das taktile Tastschnittverfahren. Die aktuelle Normenreihe ISO 21920 legt Begriffe, Parameter, Anzeige und Auswertung fest; ältere Messunterlagen können noch ISO 4287 nennen. Messstrecke, Filter und Auswertebedingungen müssen zur geforderten Spezifikation passen. Optische Verfahren wie Weißlichtinterferometrie messen berührungslos und erfassen auch flächige Kennwerte nach ISO 25178.
Was bedeuten die N-Rauheitsklassen N1 bis N12?
N1 bis N12 sind historische Rauheitsklassen aus der älteren ISO-1302-Praxis. Die zugehörigen Ra-Richtwerte reichen von N1 mit 0,025 µm bis N12 mit 50 µm. Für neue Zeichnungen sollte die Oberflächenangabe nach ISO 21920-1 mit dem geforderten Kennwert und den nötigen Auswertebedingungen erfolgen.